Klaus Mümpfer über die FCBB…

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Text & Fotografie: Klaus Mümpfer

„Der Blues lebt“ war das Credo der Urbesetzung der Frankfurt City Blues Band im Gründungsjahr 1976. In zwei Jahren wird die Band mit dem Sänger und Gitarristen Andreas „The August“ sowie dem Saxophonisten und Blues-Harp-Spieler Achim Farr 40 Jahre bestehen. Und in den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich die Musik der FCBB gewandelt. Puristen werfen der Formation vor, sie habe ich vom traditionellen Blues weit entfernt und erinnern an die 80er Jahre, als die Musiker mit Alexis Korner und Louisiana Red aufgetreten waren. Aber der Blues ist nicht konservativ ein Stil, sondern als Blues-Feeling eine Gemütsverfassung und wie diese dem Wandel unterworfen.

„Wir sind ein Chamäleon des Blues“ hat Andreas „The August“ Scheufler einmal gesagt. „Heute spielen wir elektronisch psychedelisch, morgen wiederum unplugged puristisch“. Beim Konzert im dem Nieder-Olmer „Eventlocation Gleis 3“ ist die die Band elektronisch „on the road“. Die fünf Mannen aus der Main-Metropole katapultieren den Blues ins 21. Jahrhundert. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung hat Gitarrist Tilman Höhn, der bekannte Hits wie „Ruby Tuesday“ von den Rolling Stones mit einer langen Intro auf seinem Saiteninstrument bereichert, hymnisch orchestral mit Verzerrer, Hall, Echo, Loops und Magnet-Tonabnehmer aufmotzt, bevor der Sänger einfühlsam sowie fast sanft das Lied anstimmt und sich auf der Bühne windet. Als dann zu einer der Zugaben Andreas „The August“ zu seiner von Höhn als „Gerümpelcaster“ bezeichneten Gitarre greift, den originären Big City Blues, anstimmt und mit rauer sowie gepresster und leicht brüchiger Stimme singt, da kommt der Blues-Train erneut in Fahrt. Das begeisterte Publikum im gut besuchten „Gleis 3“ jubelt frenetisch und klatscht.

„Why I sing the Blues“ fragt der Sänger bereits im ersten Song des Abends und bekennt sich später zu „Only the Blues“. Ob nun der bekannte Otis Redding Hit aus dem Jahr 1967 „On the dock of the bay“, die Ray Charles- Schnulze „Georgia“ oder zum abschließenden „Rollin’ and Tumblin’ (ursprünglich Roll and Tumble Blues), nicht immer bewegen sich die Musiker so nahe am Original. Die FCBB ist keine Cover-Band. Ihre Stärke liegt darin, aus Vorlagen völlig neue Arrangements zu kreieren, die auch mal bis zur Unkenntlichkeit verfremdet werden.

Neben dem Sänger bestimmen vor allem Saxophonist Farr mit kurzen ostinaten Melodiefragmenten auf dem Bariton- und heißen, ekstatischen Läufen auf dem Tenorsaxophon sowie Höhn mit gleißenden Glissandi auf der Gitarre den Sound. Bei Stücken wie „I don´t need no doctor“ lässt Farr die Blues-Harp ertönen. Gelegenheit zu einen ausgedehnten, melodisch reizvollen Sololauf bietet sich dem Bassisten Klaus Bussalb im funky „You turned me on“ und für die stampfende rhythmische Basis mit zumeist durchlaufendem Beat sorgt Schlagzeuger Wolfgang Stamm. Die Frankfurt City Blues Band bleibt auch beim Konzert in Nieder-Olm „on the road“, laut, frisch und mit offensichtlich immenser Spielfreude.

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